Wie Teams Pressingintensität mit PPDA messen

Was ist PPDA überhaupt?

PPDA, das Kürzel für „Passes Per Defensive Action“, misst, wie viele Pässe ein Team zulässt, bevor es den Ball zurückerobert. Kurz gesagt: Je weniger Pässe, desto aggressiver das Pressing.

Der Kern: Datenquellen

Ohne die richtigen Datenquellen ist PPDA ein leeres Gerede. In der Praxis greifen Profimannschaften auf Opta, StatsBomb oder eigene Tracking‑Systeme zurück. Hier kommt die Rohheit der Zahlen ins Spiel, kein Filterkram.

Berechnungs‑Formel im Detail

PPDA = (Anzahl der gegnerischen Pässe) / (Anzahl der Defensivaktionen). Defensivaktionen umfassen Tackles, Interceptions, Clearances und Ballverluste des Gegners. Genau. Das ist die Grundformel, die nie variiert.

Wie misst man Defensivaktionen?

Ein Tackling ist sofort gezählt, ein Interception erst, wenn der Balllauf unterbrochen wird. Klarheit ist das A und O – keine grauen Felder.

Pressing‑Zonen definieren

Das Spielfeld wird in drei Zonen gesplittet: Defensive dritte, Mittel‑und Offensivzone. PPDA wird für jede Zone separat gerechnet, weil das Pressing‑Verhalten stark variieren kann. Ein Team, das in der Offensivzone dicht sitzt, hat niedrige Werte dort, aber nicht zwingend in der Defensive.

Interpretation der Werte

Ein PPDA von 10 – 15 gilt als hohes Pressing, 20 – 30 als moderat, über 35 als passives Spiel. Diese Schwellen sind jedoch kontextabhängig: Spielstil, Gegner, Wetter. Verwechsle nicht die Zahlen mit Qualität – ein niedriger PPDA kann auch durch eine schwache Ballkontrolle des Gegners entstehen.

Praxisbeispiel: Ein Bundesliga‑Club

Der FC Musterstadt erzielte in den ersten 20 Minuten ein PPDA von 12 in der Offensivzone, wurde dann aber von einem starken Gegner auf 28 gedrängt. Das zeigt, wie dynamisch die Kennzahl ist. Coaches sollten das Ergebnis sofort im Taktik‑Board sehen, nicht erst nach dem Spiel.

Einbindung ins Training

Jetzt kommt der knallharte Teil: Beim Training misst das Analyse‑Team in Echtzeit die gegnerischen Pässe und meldet sofort die PPDA‑Zahl. Trainer geben dann sofort Anweisungen: „Shift nach links, erhöhe das Pressing!“. So wird aus einer Statistik eine Handlungsanweisung.

Ein kleiner Hinweis zur Software

Die meisten Analyse‑Tools bieten ein PPDA‑Dashboard, das per Klick verschiedene Zeitfenster und Zonen anzeigt. Auf fussballstatistik-de.com findet man beispielhafte Grafiken und Templates, die sofort einsatzbereit sind.

Der letzte Schritt

Messung ist nur die Hälfte. Der eigentliche Nutzen entsteht, wenn das Team die Zahlen in die Spielphilosophie integriert und das Pressing gezielt anpasst. Hier endet die Theorie – jetzt musst du die Daten live in den Rasen bringen.

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